• Bioanbau Wallenshausen

Wir haben unsere Erna zurück!

Der Traum der 80er

Erna – das ist der Traum unserer frühen Biojahre. In den 80ern war sie der Star am Geschmackshimmel der Kartoffelwelt. Sie erhielt stets beste Noten bei den strengen sensorischen Prüfungen des Bundessortenamtes. Bei den Kartoffelliebhabern in Bayern stand sie hoch im Kurs.

Kein Wunder, bei den hinreißenden Eigenschaften: Zart, cremig und angenehm im Geschmack wie keine Zweite, kugelrund im Aussehen, zartes Gelb im inneren und als Salat wie als Pellkartoffel ein Gaumenschmauß.

In den 90ern als vermisst gemeldet

Leider kam Erna in den 90ern abhanden. Ihr Züchter, die Bavaria Pflanzenzuchtgesellschaft, verfolgte andere Schönheiten auf dem Acker und ließ die Erna einschlafen, sie wurde vom Markt genommen. Nur noch in der Genbank in Großlüsewitz, in der tausende von Kulturpflanzen erhalten werden, wurde sie am Leben erhalten. Ein Segen dass es diese Einrichtung gibt.

2010 – aus der Genbank, ab nach Schottland

Lange trauerten wir um das Verschwinden der Erna, bis wir uns endlich dazu entschlossen, sie wieder aufleben zu lassen. Wir bestellten einige Knollen in Großlüsewitz und brachten diese nach Schottland zu Andrew Skea – einem Spezialisten für die Wiederbelebung und die Erhaltungszucht alter Sorten. In einem aufwendigen Verfahren wurden dort erst einmal die Knollen von Viren und anderen Krankheiten befreit (Meristemvermehrung, man schneidet die Stängel in kleine Stücke und zieht diese – ähnlich wie Stecklinge bei Rosen – auf Agar Agar wieder an – so bekommt man schneller eine größere Anzahl). So wurde die Grundlage für eine größere Anzahl von Knollen gebildet. Pro Hektar Anbaufläche benötigt man 40.000 Knollen zum Pflanzen, im Jahr 2015 hatten wir dann erstmals diese Menge zur Verfügung.

Erna Aufzucht Schottland
Ellen vom Biolandhof Huber und Andrew Skea in Schottland bei der Begutachtung der Knollen

Kartoffelsorte Erna Meristen
Kleine Kartoffelpflänzchen (Meristemkultur) zur schnelleren Vermehrung.

Kartoffelsorte Erna Handernte
Erste Handernte von „Erna“ 2015. Schöne gleichmässige Knollen trotz der Hitze in diesem Jahr.

2015 – Erster Wiederanbau – Erna wieder dahoam – der Traum wird wahr

Also konnten wir 2015 eine erste kleine Ernte einfahren. Einen Teil davon bekamen einige Kunden bereits für kurze Zeit zum Probieren – die Reaktionen waren sehr positiv: „Wer den Unterschied nicht schmeckt, dem ist nicht mehr zu helfen“, „Eine tolle Kartoffel, wir sind begeistert“ um nur zwei zu nennen.
Den größten Teil der Ernte nutzten wir, um 2016 eine größere Fläche anzubauen.

Herbst 2016 – Erna wieder im Handel – Nur über den Ökoring

20 Jahre lang war die Speisekartoffel Erna vom Markt verschwunden. Jetzt ist sie wieder erhältlich – bioregional vom Ökoring und in ausgewählten Feneberg-Filialen unter der Marke VON HIER.

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Um Ihnen eine große Vielfalte in der Küche zu bieten, bauen wir von allen Kochtypen diverse Sorten in bester Bioqualität an.
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Fundsachen

Fundsachen Ring
Fundsachen Steinbeil Walleshausen

Immer wieder finden wir bei der Kartoffelernte etliche Gegenstände, die von der Geschichte der Felder in jüngster sowie in längerer Vergangenheit zeugen. In diesem Fall ist die Kartoffel in einen Ring gewachsen. Bei näherer Betrachtung zeigte sich, dass der Ring wohl mal von der Sparkasse als „Siegelring“ für fleissige Sparer ausgegeben wurde. Wer ihn wohl mal getragen hat?

Archäologisch sehr interessant war der Fund dieses endneolithischen Steinbeiles auf einem Acker bei Olching. Intuitiv hat unser Mitarbeiter Gerhard Buck das Stück nicht wieder züruck auf den Acker geworfen, so wie es mit den anderen Steinen und Beimengungen auf der Erntemaschine passiert, sondern es mit nach Hause genommen. Wir legten es dem Kreisheimatpfleger, Herrn Drexler, vor, der von dem Fund begeistert war und ihn zeitlich auch sofort einzuordnen wusste. Es handelt sich wohl um eine Zeremonialbeil, welches nicht zum Arbeiten benutzt wurde und dürfte ca. 3500 Jahre alt sein.

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